Der Assistenzhund

Ein Assistenzhund ist ein speziell ausgebildeter Hund, der Menschen mit Behinderungen im Alltag unterstützt in dem er ihnen bei lebenswichtigen Aufgaben hilft und ihre Selbstständigkeit sowie Sicherheit erhöht. Die Aufgaben sind sehr unterschiedlich und reichen von der Unterstützung bei der Mobilität (z. B. Gegenstände holen, Türen öffnen) bis hin zur Hilfe bei psychischen Erkrankungen (z. B. Panikattacken oder Reizüberflutung). Die Ausbildungsdauer beträgt ca zwei Jahre. Die Ausbildung kann in Selbst- oder Fremdausbildung stattfinden. Nach erfolgreich bestandener Mensch-Hunde-Team-Prüfung resultieren daraus  besondere Rechte, wie zum Beispiel Zutrittsrechte zu Orten, die für andere Hunde tabu sind, wie z.B. Supermärkte oder Arztpraxen. Einfach gesagt: Ein anerkannter Assistenzhund darf überall dort hin, wo ein Mensch mit Straßenschuhen hin darf.

 

Ausbildungsarten

Fremdausbildung:
Bei der Fremdausbildung wird der Hund vollständig vom Assistenzhundetrainer ausgebildet. Der Hund zieht als Welpe bei einem Trainer oder einer Patenfamilie ein und wird vollständig ausgebildet. Im Laufe der Ausbildung lernt der zukünftige Mensch in immer kürzeren Abständen seinen neuen Partner kennen. Erst nach Abschluss der Ausbildung erfolgt in mehreren Wochen mit insgesamt 60 Zeitstunden die Teambildung mit dem zukünftigen Menschen. Nach erfolgreicher Team Einarbeitung erfolgt die Mench-Hunde-Team Prüfung. Diese Ausbildungsart hat eine lange Wartezeit und ist die kostenintensivste.

 

Selbstausbildung:
Bei der Selbstausbildung übernimmt der betroffene Mensch selbst das Training. Der Assistenzhundetrainer begleitet das Mensch-Hund-Team von Beginn an, also auch schon im Welpenalter. Die offizielle Ausbildung beginnt ab 15 Monate (Ausnahme Warn- und Anzeigehunde) und nach bestandener Gesundheitsprüfung. In regelmäßigen Abständen findet ein vom Assistenzhundetrainer angeleitetes Training statt. Der Trainer zeigt dem Kunden welche Übungen benötigt werden und wie er diese Übungen trainieren soll. Ebenso kontrolliert und dokumentiert der Trainer den Fortschritt und korrigiert eventuelle Trainingsfehler. Auch hier ist die Ausbildung erst beendet, wenn alle Standards beherrscht, alle Spezialübungen zuverlässig ausgeführt werden und mindestens 60 Zeitstunden absolviert sind. Nun darf das Team die Prüfung absolvieren. Diese Ausbildungsart ist die kostengünstigste und hat zudem eine oft kürzere Wartezeit aber das Risioko, dass der Hund die Gesundheitsprüfung nicht bestehen könnte.

Hundeauswahl

Die Auswahl des „richtigen“ Hundes ist für die Ausbildung zum Assistenzhund sehr wichtig. Der Hund muss sowohl in das Leben des Menschen passen sowie seine Aufgaben gut erfüllen können. z.b. wäre ein kleiner Hund für einen Rollifahrer ungeeignet, da dieser aufgrund seiner größe keine Lichtschalter betätigen oder Türen öffnen könnte. Dennoch kann auch ein kleiner Hund bei einer Psychischenerkrankung durchaus helfen. Das Geschlecht spielt für die Ausbildung an sich keine Rolle. Eine Kastration ist in Deutschland nicht vorgeschrieben aber häufig nötig, da einige Hund sehr abgelenkt sein können.

Die Auswahl der Rasse sollte sich nach den Gegebenheiten im Alltag des Menschen richten. Ein agiler Mensch der gerne draußen und unterwegs ist kann auch eine durchaus agilen Hund haben und jemand der zwar gerne eine Runde gassi geht aber sonst lieber viel zu Hause ist sollte eine eher ruhigere rasse auswähen. Ausgeschlossene Rassen sind so genannte "Qualzuchten" wie z.B. Mops, Französische Bulldogge, Dackel uvm. Auch Listenhunde sollte man lieber nicht wählen. Diese können zwar zugelassen werden, könnten aber selbst bei bestandener Prüfung zu problemen führen.

Generell muss bei jedem zukünftigen Assistenzhund nach dem 12. Lebensmonat ein Gesundheitscheck durchgeführt werden. Dieser beinhaltet das Röntgen von Hüfte und Ellenbogen sowie eine Augenuntersuchung. Sollte der Hund einen Punkt nicht bestehen und der Tierarzt nicht sein ok geben kann der Hund nicht weiter Ausgebildet werden.

 

Assistenzhunde Verbund
Deutschland e.V.
Bühler Str. 2, D-76571 Gaggenau

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